Europas längster Fördergurt

ContiTech und Techmi haben für ein Zementwerk im französischen Montalieu den längsten Fördergurt Europas gebaut. Der endlose Gurt ist insgesamt etwa 13 Kilometer lang und wird am Ende der Anlage um 180° gedreht, so dass er parallel zum beladenen Gurt läuft.

Europas längster FördergurtInnovative Lösung: Der endlose Stahlseilgurt ist insgesamt etwa 13 Kilometer lang und wird am Ende der Anlage um 180° gedreht, so dass er parallel zum beladenen Gurt läuft. Eventuelle Kalksteinrückstände bleiben auf dem Bandrücklauf und fallen nicht unter das Band.
Foto: ContiTech / TECHMI

Schneller, länger, innovativer: Mit Höchstleistungen kennt ContiTech sich aus. Nun reiht sich in Zusammenarbeit mit dem ContiTech-Partner Techmi eine weitere Spitzenleistung in das Portfolio ein. In einem Zementwerk im französischen Montalieu wurde der längste Fördergurt Europas in Betrieb genommen.

Die Gemeinde Montalieu liegt im Osten Frankreichs zwischen Lyon und Genf. In der Kleinstadt an der Rhône steht das Zementwerk Vicat. Um Kalkstein vom 6,2 Kilometer entfernten Abbaugebiet zum Werk zu transportieren, suchte das Unternehmen nach einer kosteneffizienten Lösung. Daher startete ein Projekt zur Umsetzung des Transports mit Fördergurten.

Vicat trat 2012 an Techmi heran. Der französische Entwickler von Schüttgutlösungen erstellte ein Lastenheft mit den Spezifikationen des Fördergurtes. 2013 setzte sich ContiTech gegen zahlreiche weitere Unternehmen als neuer strategischer Partner von Techmi durch.

„Die Anforderungen an den Fördergurt sind hoch, insbesondere an den Gurtrücklauf“, berichtet Stefan Hoheisel, Segmentleiter Industry bei der Conveyor Belt Group. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der endlose Gurt ist insgesamt etwa 13 Kilometer lang und wird am Ende der Anlage um 180° gedreht, so dass er parallel zum beladenen Gurt läuft. „Ein klassischer Rücklauf der Gurtanlage kam für Vicat und Techmi nicht in Frage. Die innovative Gurtdrehung bedeutet, dass die Anlage lediglich maximal 80 cm hoch ist“, erklärt Nicolas Raphaël, Leiter des Fördergurt-Teams bei ContiTech France. Ein weiterer Vorteil: eventuelle Kalksteinrückstände bleiben auf dem Bandrücklauf und fallen nicht unter das Band. Der Aufwand für die Reinigung wird nachhaltig reduziert. Zwei entscheidende Vorteile nicht nur für Vicat, sondern auch für die Umwelt.

Dabei integriert sich das System – auf Basis eines Patents von Techmi – auch problemlos in die Umgebung. Die Fördergurte sind sowohl an den Seiten als auch von oben von Betonplatten umgeben. Menschen, Tiere und Fahrzeuge können die Transportbänder also ohne Weiteres überqueren.

Überzeugende Materialkompetenz

„Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Zusammenarbeit mit ContiTech entschieden“, sagt Techmi-Chef René Brunone und ergänzt: „ContiTech überzeugt durch langjährige Praxiserfahrungen mit der Kurvengurtförderung sowie durch die Qualität und Umweltfreundlichkeit der Produkte und Leistungen. Außerdem hat uns die Produktionsgeschwindigkeit beeindruckt.“

Europas längster FördergurtDas System integriert sich problemlos in die Umgebung. Die Fördergurte sind sowohl an den Seiten als auch von oben von Betonplatten umgeben. Menschen, Tiere und Fahrzeuge können die Transportbänder ohne Weiteres überqueren.
Foto: ContiTech / TECHMI​


Europas längster FördergurtEs handelt sich in der Basis um einen
STAHLCORD® ST1000-5+5 X. Der abriebfeste, witterungs- und korrosionsbeständige sowie thermisch stabile Stahlseilfördergurt erreicht eine lange Lebensdauer bei niedrigem Wartungsbedarf.
Foto: ContiTech / TECHMI​


Europas längster Fördergurt

Hergestellt wurde der Fördergurt, ebenso wie die Stahlseile für die Fördergurtkarkasse im griechischen Volos durch ContiTech IMAS. „Es handelt sich in der Basis um einen STAHLCORD ST1000-5+5 X. Der abriebfeste, witterungs- und korrosionsbeständige sowie thermisch stabile Stahlseilfördergurt erreicht eine lange Lebensdauer bei niedrigem Wartungsbedarf“, beschreibt Hoheisel. ContiTech produzierte den Fördergurt innerhalb von nur fünf Wochen. 13 Gurtwickel mit je einem Gewicht von 20 Tonnen wurden im ersten Schritt mit einem Transportschiff von Volos nach Fos-sur-Mer gebracht. Von dort ging es mit Sattelzügen nach Montalieu.

Vor Ort wurde das Projekt vom Team der ContiTech France sowie vom Service-Team aus dem Hauptsitz der Conveyor Belt Group in Northeim umgesetzt. „Die Montage haben wir in zwei Etappen durchgeführt. Insgesamt waren wir zweieinhalb Monate vor Ort“, erzählt Jan Poppe, Head of Field Service International. Die Monteure sicherten die professionelle Verbindungsherstellung der Teilgurte – und das mitten im Winter.

Drei Elektromotoren mit einer Leistung von 250 Kilowatt setzen nun den 250 Tonnen schweren Fördergurt in Bewegung. Der auf 12.000 Spannrollen gelagerte Gurt kann unter normalen Bedingungen bis zu 700 Tonnen Kalkstein in der Stunde transportieren. Unter maximaler Auslastung sind auch 1.000 Tonnen möglich. Seit Mitte Oktober 2014 ist der Fördergurt nun im offiziellen Betrieb. „Wir sind mit der Umsetzung mehr als zufrieden. Mit Techmi und ContiTech hatten wir zwei sehr kompetente Partner an unserer Seite“, sagt M. Eric Galloy, Projektmanager bei Vicat.

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